Planung

So zerbröselt der Keks…

Beim letzten Versuch, das Regenwasser jetzt endlich mal aus dem Koffer raus zu bekommen, entdeckte ich eine weitere gerissene Schweißnaht im vorderen Teil des Hilfsrahmens. Ich hab die Schnauze endgültig voll! Der Koffer kommt zwar runter, aber wohl nicht hier in Süsel. Und er kommt nicht mehr auf mein Fahrgestell drauf, sondern er darf ein neues Leben beginnen, als Gartenhaus oder Schuppenersatz, wo und bei wem auch immer.

Wie soll es jetzt weiter gehen? Das war die Frage des Wochenendes. Ich nutzte die spärlichen Reste meiner Akkukapazitäten für die intensive Suche rund um Wohnkabinenbau und Fahrgestellanpassungen. Hallenbauplatten hatte ich ja schon als Option als Ersatz für die Holzwände am Koffer in Betracht gezogen. Die Dinger eignen sich aber auch prima für den Bau einer neuen Kabine, wie ich beim Robur eines Freundes schon gesehen habe.

Ich zeichnete ein paar mögliche Kabinenformen. Da meine ursprünglich geplante Dusche zwingend eine Lenzpumpe für die Duschwanne gebraucht hätte, wollte ich dieses Problem gleich mit lösen. Der Abwassertank muss unterhalb der Duschwanne Platz finden können. So kam ich auf eine Stufe im Dach. Wenn man das Dach im hinteren Bereich anheben würde, hätte eine Stufe im Boden hinten Platz, unter der der Abwassertank versteckt werden könnte. Durch das niedrigere Fahrerhaus hätte ich dann aber zwei Stufen im Dach gehabt und das gefiel mir überhaupt nicht.

Das Heck könnte man genauso tiefer machen – wenn da der Hauptrahmen des LKW nicht wäre. Abgesägt wäre der ja gleich, aber ob man sich damit Freunde bei der kraftfahrzeugtechnischen Obrigkeit macht…? Wieder Suche. Rahmenverlängerungen gibt es bei Wohnmobilen recht häufig. Da werden eigentlich nur gewinkelte Vierkantrohre an irgendwelchen Schraubenlöchern des originalen Fahrgestellrahmens festgeschraubt. Gewinkelt, um eine Tieferlegung des Hecks zu erreichen. Darüber findet sich dann die Garage, sozusagen der Kofferraum. Und was mich noch mehr erstaunte: Es gibt die Möglichkeit, Anhängerkupplungen an diesen Verlängerungen zu montieren. Was an diesen Spielzeugrahmen funktioniert, müsste doch am LKW Rahmen erst recht gehen.

Tatsächlich fand ich ein paar entsprechende Änderungen an verschiedenen großen Leiterrahmen. Selbst da beim Wohnmobilbau absolut üblich. Einziger Wehrmutstropfen stellen wohl die Kosten dar, denn Fahrzeugbauer wollen schließlich auch leben. Dafür hätte ich den Platz unterhalb des Kofferraums sinnvoll genutzt und nicht nur eine flache große Staukiste, wie sie beim jetzigen Koffer entstanden wäre. Ich werde mal anfragen, was der Spaß kosten soll.

Durch die neuen Grundvoraussetzungen und nicht zuletzt das Zusammensitzen mit Henning, gab es jetzt einen neuen Grundriss, der mir auf Anhieb bestens gefiel:

Das Bett wurde etwas schmaler, dafür wanderte die Küche nach hinten rechts und die Sitzecke ist gegenüber aller bisherigen Pläne richtig üppig bemessen. Theoretisch wäre sogar noch die Option offen, sie zum Bett um zu funktionieren. So hätte man zusätzlich zum 1,60x2m großen Festbett noch eine weitere kleine Liegefläche, wenn sie mal gebraucht würde. Passt ja eigentlich prima zu den drei Sitzen im Fahrerhaus. 😉 Was mir nicht ganz so gut gefällt, ist die Tür so nahe an der Sitzgruppe. Könnte unter Umständen im Winter etwas ungemütlich sein. Trotzdem, mein absoluter Favorit.

Momentan hänge ich etwas in der Luft, die Umstände sind insgesamt ungünstig. Die Ladebordwand soll weg, aber ich muss da sein, um sie verkaufen zu können. Der Koffer soll runter um das Fahrgestell sanieren zu können, danach aber nicht wieder zurück auf den LKW. Wo soll er denn überhaupt hin? Nicht zuletzt findet der Bau der neuen Kabine eventuell nicht hier in Süsel statt, sondern eher im Raum Erfurt. Und das größte Problem an der Sache: Wie bewege ich den LKW von hier weg, egal mit welchen seiner Aufbauten? Der Wagen hat keinen TÜV mehr und ohne TÜV gibt es weder eine Zulassung, noch Überführungskennzeichen. Ohne Radabdeckungen, Seitenschutz und hinteren Unterfahrschutz gibt es aber auch keine neue Plakette. Alles ist jetzt festgefahren. Wie soll man da nicht den Kopf verlieren…

6 Kommentare

    1. Moin Thomas! Geld spielt schon eine Rolle. Das Standardmaß 160x200cm ist aber auch noch wesentlich günstiger als meine Sonderanfertigung im Düdo mit 120×180. 160×200 bekommt man in jedem Laden, sogar bei Lidl, wie ich eben erstaunt feststellte… 😉

  1. Mit dem Tieflader vielleicht? Kosten geschätzt ca. Betriebstunde Zugfahrzeug 25 Euro, plus 40- 50 Liter Diesel die Stunde plus ca. 20 Euro /h Lohn plus 50 Tieflader pro Tag plus Kosten Sondergenehmigung ca. 20 euro Tag. Sind dann ganz grob geschätzt 2300 Euro- mmmh zu teuer

    1. Moin Martin! So viel ist die Karre ja gernicht wert… 😀 Nee, ich muss diese Woche mal abwarten, dann habe ich entweder eine Stellmöglichkeit für den Koffer oder eben nicht. Danach sehe ich das weitere Vorgehen. Evtl. gibt es sogar noch eine Sondergenehmigung für Überführungsfahrten zum Aufbauhersteller. Eigentlich gilt die für Neufahrzeuge. Dann bräuchte ich immerhin nicht den Flankenschutz und Unterfahrschutz pseudomäßig mit Rohren zu befestigen, was dann ja auch nichts wirklich halten würde… Mal sehen ob ich TÜV bekommen kann. Die Dekra kommt hier wöchentlich auf den Hof… 😉 Dann eben zulassen, überführen und wieder abmelden.

  2. Hallo Stefan, das liest sich sehr hoffnungslos! Nicht den Kopf hängen lassen!! Wir haben die 5 Tages Überführungskennzeichen auch ohne TÜV bekommen, da wir sagten, dass wir mit dem Fahrzeug zum TÜV wollen, hat ohne Probs geklappt. Ein Versuch ist es wert um dem Teufelskreis heraus zu entkommen….wir haben es auch geschafft und Du erst recht!!
    Viele liebe Grüße
    Julia

  3. Moin Julia! Das klingt ja interessant. Kommt auf die Optionenliste. Ich hatte das so gelesen, dass man ohne HU keine Kennzeichen mehr bekommt. Aber es stimmt eben nicht alles, was man so liest…
    HU und dann vorübergehend zulassen wäre aber je nach Weitergang der Dinge die bessere Lösung, 5 Tage sind sonst extrem sportlich… 😉 Nach dieser Woche weiß ich mehr.

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