Planung Reparatur

Plankontrolle

Nachdem in der letzten Zeit von allen möglichen Seiten meine Planung angezweifelt worden war, aber umgekehrt von fast niemandem positive Bestärkung erfolgte, hatte mich der Mut und die Motivation verlassen. Wie gelähmt saß ich die meiste Zeit im Düdo und ließ die Zeit vergehen. Das finale Besäufnis endete mit einem tierisch fiesen folgenden Tag, an dem sich bis zum frühen Abend hin immer noch alles drehte. Immerhin hatte ich auf diese Weise endlich mal wieder andere Sorgen, als eine komplette Fehlplanung zu überdenken…

Ich schrieb ein paar teure Einkaufslisten, aber der Sinn darin wollte sich mir immer noch nicht erschließen. Wozu einen teuren Hilfsrahmen bauen, wenn er doch völlig sinnlos und obendrein zu schwer sein sollte? Je länger ich grübelte, umso unsinniger erschien mir, dass ich sogar noch über das Verzinken nachgedacht hatte und dafür einen zweiteiligen Hilfsrahmen in Erwägung gezogen hatte. Und wie diesen Hilfsrahmen am Rahmen des LKW befestigen? Möglichkeiten gibt es da viele, aber jeder schrieb oder sagte etwas anderes. Die originalen Mercedes Aufbaurichtlinien verwirrten mich noch mehr und in manchen Foren wird lediglich empfohlen, Fahrzeugbauer zu werden und sich all das Wissen anzueignen, das man für den Bau eines solchen Hilfsrahmens braucht.

Ich hatte mich weitgehend am bisher verbauten Koffer orientiert, der war zwar gammelig, hatte aber doch die vergangenen 20 Jahre brav Dienst getan. Die Aufbaurichtlinien sehen für Fahrzeuge mit Ladebordwand andere Befestigungsmethoden des Aufbaus vor, als wenn keine Verladehilfe montiert wird. Zum Glück kam dann ein Helfer in der Not und schaute nach, wie bei seinem LN2 die original von Mercedes verbaute Pritsche montiert ist. Siehe da, nicht so, wie sie es in ihren eigenen Richtlinien schreiben. Wird also wahrscheinlich auch nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Also werden jetzt bei mir die Konsolen am Rahmen benutzt, um den neuen Hilfsrahmen zu befestigen – und zwar alle, auch die bei den Blattfedern.

So weit gut, jetzt galt es noch, den Hilfsrahmen abzuspecken – oder etwa nicht? Die Längsträger mit 10cm Höhe brauche ich, um über das Getriebe zu kommen und auch, um zu den Radkästen vorne einen schönen Abschluss zu erhalten. Die Querträger sind wie beim bisherigen Koffer mit 7cm Höhe geplant, bekommen aber einen Querträger mehr und sollen seitlich mit Längsträgern verbunden sein, was am Koffer durch Aluprofile mit den angeschraubten Holzwänden hinfällig war. Aber mein Hilfsrahmen soll ja quasi eine Plattform werden, die die Unterflurkästen und den Wohnkoffer tragen soll. Zudem sollen die vorgesehenen Beleuchtungselemente an ihr befestigt werden, weil der Koffer ja nur Ladung ist. Schwere Ladung, sagte man. Auf einem zu schweren Hilfsrahmen.

Gestern verbrachte ich erst mal 4 Stunden in der Halle und kämpfte mich weiter gegen den Rahmenrost vor. Unterbrochen von einer abgerauchten Maschine, kam ich gut voran. Anschließend wieder Notizblock frei und geschrieben, gerechnet, Daten im Internet zusammengesucht, gegrübelt. Ich werde die Scheißkarre nicht aufgeben und ich werde mich wieder aufraffen um zu tun, was getan werden muss. Und ich werde den Koffer minimal schmaler und minimal länger bauen, jawoll. Tschacka! Also nochmal:

  • 50/100/50/5mm Baustahl für 2x 6,38m Längsträger, 50/70/50/4mm Baustahl für 2x 6,30m Längs- und 11x 2,45m Querstreben, dazu 6 Führungsplatten, etwas Schweißzusatz und Konsolen. Hilfsrahmen rund 300kg – check.
  • 45,2m 40/40/3mm Winkelstahl für die Kofferkanten wiegen rund 85kg – check.
  • 82m² Hallenbauplatten mit 11,5kg/m² wiegen knapp 950kg – check.

Macht zusammen 1335kg. Mache ich die Zahl mal mit Kleber und Nieten voll, komme ich bei 1400kg für den isolierten Koffer mit Garagentürfüllung raus. Klingt schwer.

Etwas sparen könnte ich bei den Hallenbauplatten, indem ich 40mm statt 60mm Platten nähme. Bei einem PU-Schaum Gesamtanteil von 250kg bei den dicken Platten, betrüge die Ersparnis gerade mal rund 80kg.

Durch die Wiegungen und Entsorgungswiegungen habe ich auf der Altkofferseite 1000kg für den bodenlosen Koffer und 300kg entsorgte Bodenplatten ersehen können. Fehlt noch die Isolierung, also wieder 6 geplante Zentimeter, 250kg. Nackte Isolierung kann so nicht bleiben, also wäre dünnes Holz als Innenvertäfelung dran gekommen, ich schätze mal vorsichtig mit 200kg.  Wo sind wir gewichtsmäßig? 1750kg. Fehlt noch der Stahl und das Holz, um das Heck des noch immer offenen Koffers zu schließen…

Wozu mache ich mir also Gedanken über das Gewicht des neuen Koffers…? Mit der Ladebordwand hatte der der LKW 2,3t Zuladung. 450kg spare ich locker beim Koffer ein, die amputierte Ladebordwand bestimmt nochmal 300kg. Dass ich innen Leichtbau betreiben muss, ist sowieso klar, war auch schon immer so vorgesehen. Das ergab sich aus den maximalen 7,49t, dem hohen Grundgewicht des Basisfahrzeugs und dem Umfang des mitzuschleppenden Materials.

So weit also alles (wieder) im grünen Bereich, vom Hirn- und Leberschaden mal abgesehen… 😉

Bleibt die Frage nach dem Verzinken des Hilfsrahmens, was aber eher noch Kosten als Gewicht sparen würde. Wie macht man es jetzt, investiert man nochmal 500 Euro mehr in den Werterhalt des Hilfsrahmens oder lackiert man den und baut nach einer bestimmt auch schon langen Nutzungsdauer bei Bedarf einen neuen? Die kleinen MAN haben das gleiche Rahmenmaß und ich hätte bei einem Umsetzen des Koffers auf einen anderen LKW nur wenig Schwierigkeiten mit einer Rahmenadaption. Das ist für mich der Knackpunkt. Wie lange will ich den Koffer nutzen…?

Gleich das Update: Verzinken geht hier in der Gegend nicht in dieser Größe, eine Seite muss unter 2,35m bleiben. Ich müsste den Rahmen dreiteilig bauen, was keine Option ist. Längs halbieren ginge natürlich, aber 11 Verbindungsstellen will ich nicht haben. Also Hilfsrahmen am Stück, 6,38m x 2,45m. In Nürnbrg könnte man den komplett verzinken, da wird aber der Transport wieder zum echten Kostenfaktor… *grummel*

2 Kommentare

    1. Klugscheißer ja, unerträglich jedoch nicht. 😛
      Ich glaube nicht, dass mein „Tschacka!“ irgendwas mit Pferden, Sport und/oder Zeiteinheiten zu tun hat. Duden schreibt es mit „kk“ statt „ck“, aber da es ein Kunstwort ist, nehme ich mir einfach die künstlerische Freiheit und bleibe bei meiner eigenen Schreibweise. 😉

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