Planung

Bever vs. ABUS Kastenschloss

Wegen der dauernden Bückerei gestern, entschied ich mich heute wieder für einen anstrengungsarmen Tag. Mich interessierte aber der Aufbau der beiden als Muster gekauften Schlösser für die Staukästen. Einmal das ABUS Aufschraubschloss ASS PZ und einmal das Kastenriegelschloss PZ 150PS von Bever. Also habe ich beide mal zerlegt.

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Beide Schlösser sind mit Löchern für Profilzylinder ausgestattet. Von den Gehäusemaßen her sind beide Schlösser nahezu identisch, selbst die Befestigungsbohrungen sitzen an den gleichen Stellen. Da hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf. Der Riegel des Abus ist zweilagig und hat die Maße 6mm x 28mm, der des Bever ist dreilagig mit den Maßen 8mm x 33mm. Ich hatte beide Schlösser im Internet bestellt und das ABUS kostete mit 15 Euro rund 3 Euro mehr als das Bever mit 12 Euro.

 

P1080635wmOben Bever, unten ABUS.

Was sofort auffiel, war die schlechtere Verarbeitung des Bever Gehäuses. Scharfkantig, schlecht gekantetes Blech und der aufgeschlossene Riegel klappert gut hör- und sichtbar im Gehäuse herum. Zugeschlossen minimiert sich das Klappern, immerhin. Beim ABUS sitzt der Riegel stets stramm und das Gehäuse ist sauber gestanzt und gekantet. Auf weitere Schnörkel wie ein Abrunden der Kanten hat man auch hier verzichtet, aber das ABUS fühlt sich einfach wertiger an, es besteht weniger die Gefahr, sich irgendwo zu verletzen. Es handelt sich schließlich um Aufbauschlösser, die nicht beidseitig in eine Tür „verpackt“ sind. Einzig die beiden diagonal eingesetzten Stützhülsen des Bever gefielen mir besser als beim ABUS, wo man darauf verzichtete.

 

P1080633wmBever links, ABUS rechts.

Durch den stärkeren Riegel war ich eigentlich eher auf das Schloss von Bever fixiert. Den Preisunterschied vermutete ich eher durch den „teureren“ Namen ABUS. Wie sieht es im Inneren der beiden aus?

 

P1080636wmABUS links, Bever rechts.

Das Grundprinzip ist natürlich bei beiden Schlössern gleich, das war auch nicht anders zu erwarten. Mir fehlen einfach die Stützhülsen beim ABUS, ansonsten ist es sauber verarbeitet. Was beim Bever gleich auffiel, war die nur halb benutzte Feder, die liegt nicht komplett auf der Sperre auf. Beim Abus hat man das Niederhalten des Riegels durch eine kleine Hochkantung ganz hinten am Riegel gelöst, beim Bever durch eine einfache Hülse.

P1080642wmLinks ABUS, rechts Bever.

Die Sperre beim ABUS wird zwischen zwei schmalen Stanzungen im Gehäuseblech geführt, das sollte immer gut geschmiert sein, sonst sehe ich da das Risiko des Klemmens. Man drückt ja beim Auf- und Zuschließen etwas außermittig die Sperre nach oben. Beim Bever erinnert das eher an ein russisches Sturmgewehr, Stifte und Langlöcher führen die Sperre nahezu unverklemmbar. Warum man die Auflage der Feder nicht etwas höher gemacht hat, ist mir ein absolutes Rätsel. Umgekehrt fehlen mir beim ABUS mehr denn je die Stützhülsen oder -stifte, das ist beim Bever schöner gelöst.

 

P1080645wmOben ABUS, unten Bever.

Die beiden Riegel im Vergleich. Beim ABUS 3mm Blech, einmal umgekantet, ergibt 6mm. Das Bever setzt auf 2mm, das vorne mit einem 3mm Blech ummantelt wurde. Zudem ist beim Bever der Riegel 5mm höher, das wirkt natürlich schon sehr viel massiver. Schaut man aber jetzt auf dem Bild mit dem eingebauten Riegel in dem Bereich, wo der Schließzylinder den Riegel verschiebt, dann ist bei beiden das Material enorm dünn. Beim ABUS sitzt der Führungsstift des Riegels weiter vorne, dadurch geht das Langloch im Riegel natürlich auch viel weiter vorne los.

P1080648wm P1080649wmABUS links, Bever rechts.

 

Mein persönliches Fazit: Beide Schlösser sind verbesserungsfähig, aber in dieser Preisklasse kann man wohl auch nicht mehr erwarten. Beim ABUS muss man wohl gelegentlich mal die Sperre etwas nachfetten, aber es ist einfach schöner verarbeitet. Ich brauche insgesamt 10 Schlösser für meine Stauklappen und werde mich für das Modell von ABUS entscheiden. Die fehlenden Stützhülsen finde ich echt schade, weil so ein Hohlraum sich mit den Schrauben recht leicht zusammenziehen lässt und die Gefahr des Klemmens dadurch steigt. Außerdem könnte das Schloss durch eine leichte Verformung locker werden. Andererseits liegen beide Schlösser sowieso nur auf dem etwas erhabenen Rand auf. Das AK47 Bever Schloss bekommt sein neues Einsatzgebiet an der kleinen Klappe des Tankdeckels und das nicht wegen des fetten Riegels, sondern einfach weil ich sonst keine Verwendung dafür hätte… 😉

2 Kommentare

  1. Ist ja schon fast eine Doktorarbeit 😉

    Nach deiner Großbestellung kannst du ja alle aufschrauben und Hülsen nachträglich zwischen den Bohrlöchern einfügen…

    Wäre natürlich wieder mehr Arbeit und dein Hallencountdown würde durchdrehen 😀

    1. Moin Markus! Reine Verzweiflungstat. Wenn nichts mehr klappen will, nöhlt man eben an Sachen herum, die andere verbrochen haben… 😉
      Der Countdown ist derzeit noch der gelassenste Beteiligte in der Geschichte. Ach nee, die Leute, die helfen kommen wollten, die sind genauso tiefenentspannt…
      Und nein, Hülsen werde ich keine nachträglich in alle 10 Schlösser einbauen. – Vorerst… 😉

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